Warum sich dein Zahlungsdienstleister für deine Produkte interessiert und wieso du ihn dabei unterstützen solltest!

Ja genau, warum interessiert sich eigentlich dein Zahlungsdienstleister für deine Produkte? Eigentlich ist es doch "nur" seine Aufgabe die Zahlungen entgegen zu nehmen und an dich weiter zu leiten.

Im Prinzip schon, allerdings unterliegen alle Zahlungsdienstleister rechtlichen und regulatorischen Verpflichtungen, sei es die Einhaltung des Geldwäschegesetzes (GWG) oder auch die Umsetzung der Regeln und Richtlinien von zum Beispiel den Kartennetzwerken.

Das Ziel dabei ist es die seriösen Unternehmer vor den "schwarzen Schafen" in der Branche zu schützen.

Um dies zu realisieren, wird dein Zahlungsdienstleister also in regelmäßigen Intervallen - teilweise auch zufällig oder bei Verdacht - deinen Online-Shop und deine Produkte etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Auf alle Fälle wird dies zu Beginn der Vertragsbeziehung passieren. Hierbei muss der Zahlungsdienstleister prüfen, ob du keine illegalen Produkte im Shop hast und auch ob dein Unternehmen GWG-konform aufgestellt ist und agiert.

Hinzu kommt noch ein reputatives Risiko. Nicht alle Zahlungsdienstleister akzeptieren alle Produkte. Bei vielen Zahlungsanbietern sind Produkte die zwar legal sind (zum Beispiel CBD-Produkte, e-Zigaretten oder auch Gaming und Gambling), aber ein reputatives Risiko aufweisen, kategorisch ausgeschlossen. Ziel dabei ist es, den Dienstleister von schädlichen Einflüssen auf seine eigene Reputation - also auf seine Marke - zu schützen. Wenn du dies als Händler nicht beachtest, dann wirst du entweder gar nicht erst zugelassen oder sehr schnell wieder gekündigt.

Ein weiterer Grund für die Prüfung ist die Abschätzung des Risikos für den Zahlungsdienstleister und eine entsprechende Absicherung des Zahlungsdienstleisters gegenüber dem Händler. Je anfälliger deine Produkte für Online-Betrug sind und je weniger präventive Maßnahmen du verwendest um Betrug vorzubeugen, desto wahrscheinlicher ist es, dass dein Zahlungsdienstleister einen Sicherheitseinbehalt wie zum Beispiel ein Deposit oder eine Rolling Reserve einfordern wird. Von Vorteil für dich sind entsprechenden Nachweise zur Risiko-Reduktion und eine sogenannte Processing-History - also ein Nachweis über das Transaktions-, Rückerstattungs- und Chargebackverhaltens deines Shops in der Vergangenheit. Je besser deine Processing-History, desto besser sind deine Argumente um den Sicherheitseinbehalt zu reduzieren.

Des Weiteren wird der Zahlungsdienstleister auch prüfen wann und wie du liefern wirst. So sind beim Drop-Shipping zum Beispiel oftmals lange Lieferzeiten üblich. Diese können jedoch dazu führen, dass deine Kunden sich beim Zahlungsdienstleister beschweren und du Probleme bekommen kannst. Stelle darum immer sicher, dass die Lieferzeiten klar und deutlich kommuniziert werden. Auch bist du als Händler im Zweifelsfall dafür verantwortlich die erfolgreiche Lieferung zum Endkunden nachweisen zu können. Stelle deshalb sicher dass du für deine Lieferungen eine Tracking-Nummer hast und im Zweifelsfall einen Abliefernachweis - im Idealfall mit Unterschrift - vorweisen kannst.

Hier noch einmal zusammengefasst die wichtigsten Punkte:

  • stelle sicher das deine Produkte in den angebotenen Märkten legal sind (schränke das Liefergebiet falls notwendig durch geeignete technische Maßnahmen ein)
  • prüfe auch ob dein Zahlungsdienstleister deine Produkte und deine Branche unterstützt
  • verwende technische und organisatorische Mittel zur Betrugsprävention
  • prüfe deine Processing History in regelmäßigen Abständen - verwende dies zur Optimierung der Betrugsprävention
  • achte auf kurze Lieferzeiten - je länger die Lieferzeit, desto wahrscheinlicher werden Kundenbeschwerden
  • nutze Paketdienstleister, die dir und deinen Kunden ein Tracking bieten und von denen du einen Abliefernachweis erhalten kannst

 

Falls du weitere Fragen zu Zahlungsdienstleistern oder Risikoabsicherungen hast, dann kontaktiere mich einfach.

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